Archiv für Juli 2011

Anarchistische Solikundgebung

Am Mittwoch, dem ersten Juni 2011, versammelte sich eine Gruppe Anarchist_innen vor dem griechischen Generalkonsulat in Leipzig (Gohliser Str. 11), um dem Solidaritätsaufruf der Group der libertären Kommunisten (Athen) nachzukommen und ihrer Solidarität mit den Genoss_innen und allen in soziale Kämpfe verwickelten Menschen in Griechenland Ausdruck zu verleihen. Im Fokus stand auch das Gedenken der Opfer rassistisch motivierter Gewalt und die Bekundung der Solidarität mit Migrant_innen, die immer häufiger Opfer einer staatlich geförderten Pogromstimmung werden.
„Hoch die Antinationale und Antikapitalistische Solidarität!“, so schloss die Anarcho-Syndikalistischen Jugend Leipzig einen der Redebeiträge auf der Kundgebung.
In der Tat war es ihr Motiv, genau diese beiden Momente der Solidarität zu bekunden, als sie auf den Aufruf der Anarcho-Kommunistischen Gruppe Athens reagierte und recht spontan zu einer Solikundgebung mobilisierte. Diese Spontaneität vereitelte zwar den Versuch breiter und sinnvoller zu mobilisieren, doch wurden auch die etwa 20 anwesenden Menschen ihrer Intension gerecht:
Die Kundgebung lief unter dem Titel „Gegen faschistischen und staatlichen Terror in Griechenland!“. Die Teilnehmer erklärten sich solidarisch mit Menschen in Griechenland, die auf Grund ihrer Herkunft, ihrer politischen Tätigkeit, sei sie denn anarchistisch, kommunistisch, oder antifaschistisch, verfolgt und terrorisiert werden.
Dabei wurde auch der Aufruf der griechischen Genoss_innen verlesen, in welchem sie unter anderem die unglaubliche Brutalität des griechischen Polizeistaates und dessen Koordination nationalistischer Mobs gegen Migrant_innen schilderten.
In dem Redebeitrag der jungen Anarchosyndikalist_innen formulierten diese eine scharfe Kritik der kapitalistischen Produktionsweise und betonten, dass alle Opfer während der sozialen Kämpfe in Griechenland, ob durch Polizei oder Nazigewalt, aber auch durch verfehlte und unreflektierte Gewaltakte aus dem linken Spektrum, letztlich ihre Ursächlichkeit in kapitalistischen Sachzwängen haben.
Des weiteren wurde eine weiterhin notwendige libertäre Ausrichtung bekräftigt. In der Verlesung eines Kommentars der spanischen Gewerkschaft CNT wurde ein Verweis zu der Situation der Proteste in Spanien gegeben und auf die strukturelle Ähnlichkeit der spanischen Situation zur griechischen hingewiesen.