Archiv für August 2011

Aufruf : Initiative „Pogrom 91“

Keine Ruhe Für Hoyerswerda
Diesen September wird im sächsischen Hoyerswerda an Ereignisse erinnert werden, die nunmehr 20 Jahre zurückliegen.
1991 fanden hier zwischen dem 17. und dem 23. September Ausschreitungen und Überfälle auf Asylsuchende und ausländische VertragsarbeiterInnen statt. Es handelte sich dabei nicht nur um die Taten einzelner Nazis; vielmehr tobte ein BürgerInnenmob, bestehend aus Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft. Darunter jene, die sich als Neonazis verstanden, aber eben auch „ganz normale Deutsche“. Ob mit oder ohne Bomberjacke – in ihrem Ziel waren sie sich vor den Heimen der GastarbeiterInnen und Asylsuchenden alle einig: „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“ und dabei war ihnen jedes Mittel recht.
Nach rund einer Woche war dieses Ziel erreicht: Die BewohnerInnen der Heime mussten evakuiert werden und Hoyerswerda war somit „ausländerfrei“.
Diese Taten bildeten den Auftakt zu einer ganzen Welle ausländerfeindlichen Ausschreitungen und Morden in Deutschland, wie beispielsweise in Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen. Aufgrund dieser Geschehnisse wurde zudem am 26. Mai 1993 das deutsche Asylrecht geändert und der Zugang zum politischem Asyl stark eingeschränkt.
Die jährlich stattfindende Gedenkfeier in Hoyerswerda an den September 1991 hat mit einer ernstgemeinten Auseinandersetzung und einer daraus folgenden Aufarbeitung und Gedenkkultur leider wenig zu tun. Seit 20 Jahren ist man sich hier einig, dass die Stadt und ihre BewohnerInnen für diese Debatten noch nicht bereit seien und es „andere Probleme“ gebe, als der Umgang mit dieser unschönen Geschichte, durch die diese Stadt weltweit in Verruf geraten ist. Und dennoch werden sich wohl auch in diesem Jahr wieder einige StadtvertreterInnen auf dem Lausitzer Platz oder einem anderen Ort fernab des Geschehens einfinden, um den „extremistischen Ausschreitungen“, wie es auf einer Stele anlässlich des 15. Jahrestages der Ereignisse hieß, von damals zu gedenken.
Anlässlich des 20. Jahrestages hat sich nun eine Initiative „Pogrom 91“ gebildet, die einen Beitrag zur mehr als dürftigen Aufarbeitung des Pogroms vor Ort leisten und die bislang vorherrschende städtische „Gedenkpolitik“ in den Fokus ihrer Kritik nehmen will. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, die damaligen Ereignisse zu dokumentieren und somit eine kritische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen zu befördern. Ebenso soll auch den Betroffenen des rassistischen Pogroms von 1991 Raum für ihre Meinungen und Erfahrungen gegeben werden – und zwar in der Stadt, aus der sie gewaltsam vertrieben wurden.
Verbunden wird dies mit der Forderung, ein geeignetes Mahnmal zu errichten, welches an das rassistische Pogrom von Hoyerswerda erinnern soll.

Die Internetseite der Initiative „Pogrom 91“ mit dem vollständigen Aufruf und weiteren Informationen findet sich hier.

Aufruf : Antifademo am 20.August gegen die Nazikundgebung!

Antifademo 20. August
Am 20.August wird es in Leipzig eine antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Turn Left – Smash Völki! Gegen die Nazi-Kundgebung am 20. August vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal!“ geben.

Der Aufruf ist hier zu finden !

Informationen zur Demo :
Antifademo „Turn Left – Smash Völki! Gegen die Nazi-Kundgebung am
20. August vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal!“

Startpunkt: Wiedebachplatz (Leipzig, Connewitz)
Treff: 20.08.2011, 9.30Uhr

Weiterer Aufruf von Leipzig nimmt Platz.