Archiv für Januar 2012

Kein Befehlen, Kein Gehorchen!

Die Geschichte der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands seit 1918.

ASJ Buch

Der Titel des neusten Werks von Historiker Helge Döhring spricht für sich: „Kein Befehlen, Kein Gehorchen!“ war und ist das Motto der libertären Jugend.

In seiner Einleitung gibt der Autor dem Leser schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf dieses Allroundwerk.
Der erste und größere Teil beschreibt den Werdegang der SAJD von ihrer Gründung über die Rivalitäten mit den Jugendverbänden der politischen Gegner bis hin zur Zerschlagung durch den Faschismus. Hierbei versteht es der Autor einerseits einen klaren und sachlichen Überblick über die Strukturen und die verschiedenen Gruppen zu geben; andererseits wird dies immer wieder aufgelockert durch Geschichten und Anekdoten von einzelnen Aktivist*inn*en und Aktionen.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit der Entwicklung der Jugendbewegung nach 1945. Nach einem kurzen und ernüchterndem Intermezzo von Organisationsversuchen 1949 (Föderation Freiheitlicher Jung-Sozialisten) und 1979 (Libertäre, Anarchistische Jugend) wird das Augenmerk erst auf die ASJ Stuttgart und später dann auf die noch heute aktiven ASJ-Gruppen gelegt. Gerade die Kapitel über die bestehenden ASJ-Strukturen geben einen sehr guten Überblick über die gesamt Struktur einerseits und die einzelnen, unabhängig arbeitenden Gruppen anderseits.
(mehr…)

Anarchistische Gruppen und Projekte rufen zur Verhinderung der Dresdner Naziaufmärsche im Februar auf


Wie in jedem Jahr wollen Neo-Nazis im Februar wieder zwei Aufmärsche in Dresden durchführen. Das Bündnis „Dresden Nazifrei“, das von bürgerlich-linken über emanzipatorische Antifa-Gruppen bis hin zu autoritär-kommunistischen Organisationen reicht, mobilisiert bereits seit einigen Monaten um die rechten Demonstrationen zu blockieren. Dieses Jahr melden sich nun erstmals explizit anarchistische Gruppen, Projekte, Gewerkschaften und Einzelpersonen mit einem eigenen Aufruf zu Wort und kritisieren sowohl den Naziaufmarsch als auch Repression und konservative Ideologien. Der Mobilisierungstext, der vom Allgemeinen Syndikat Dresden (FAU IAA – FdA IFA) ausgeht, will dazu einladen, sich stärker mit anarchistischen Standpunkten zu positionieren und perspektivisch unabhängige Mobilisierungsbündnisse auf die Beine zu stellen. Er kann auch nachträglich unterzeichnet werden.

2012 mit anarchistischen Vorsätzen auf Dresdner Straßen!

Als Anarchist*innen treten wir für eine Gesellschaft ohne Herrschaft und Gewalt des Menschen über den Menschen ein. Das schließt den Kampf gegen jegliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, physische und psychische Gewalt gegen Menschen und Diskriminierungen z. B. aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Aussehen, Sexualität ein.

Als Mitglieder verschiedener Kampforganisationen der lohnabhängigen Klasse sind wir bemüht, wirtschaftliche Gesetze für die Bevölkerung transparent zu machen, damit wir uns so in Theorie und Praxis zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung selbst ermächtigen können. Der Kampf gegen die Ideologien des Faschismus und der des Führerkultes Nationalsozialismus als schlimmste Formen menschenverachtenden Denkens stellt für uns daher eine Selbstverständlichkeit dar. Wir möchten mit diesem Aufruf dazu ermutigen, sich den Neo-Naziaufmärschen am 13. und 18. Februar in Dresden unter einem anarchistischen Blickwinkel in den Weg zu stellen.
(mehr…)

Aller guten Dinge sind drei! BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist

DD Nazifrei

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

„Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an!

AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.

Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!

Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

AG Antispe: 19.01. Buchvorstellung: Human-Animal Studies – Über die gesellschaftliche Natur von Mensch-Tier-Verhältnissen

Eine Empfehlung der AG Antispe!

Human-Animal-Studies

Das Verhältnis von Menschen zu nichtmenschlichen Tieren stellt eine der großen Debatten der Gegenwart dar.‭ ‬Mit dem jungen Forschungsfeld der Human-Animal Studies leisten die Kultur-‭ ‬und Sozialwissenschaften einen wertvollen Beitrag zu dieser Frage der Zeit und weisen auf die Gesellschaftlichkeit der herrschenden Mensch-Tier-Verhältnisse hin.‭ ‬Der Band versammelt als eine der ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen transdisziplinäre Beiträge,‭ ‬die nicht nur theoretische Fragen der Konstitution von Mensch und‭ ‬Tier ‬erörtern,‭ ‬sondern auch daran anschließende Diskussionen über Geschlecht,‭ ‬Identität und politische Praxis,‭ ‬z.‭ ‬B.‭ ‬der Tierrechtsbewegung,‭ ‬aufzeigen.‭ ‬Thesen bekannter Denker_innen wie Foucault,‭ ‬Derrida und Haraway sowie aktuelle Ansätze,‭ ‬u.a.‭ ‬aus der Intersektionalitätsforschung und den Queer Studies,‭ ‬werden neu rezipiert und durch eigene theoretische und empirische Analysen ergänzt.‭

Auf der Veranstaltung werden die Herausgeber_innen nach einer kurzen Einführung in die Human-Animal Studies ‬den Sammelband vorstellen und einige ausgewählte Abschnitte lesen.‭ ‬Im Anschluss ist Zeit für Fragen und Diskussionen zum Thema.

Eine Veranstaltung von alfred* und dem FSR Soziologie der Uni Leipzig.

19.01.2012, 19 Uhr
G16 Lesecafé
Gieszerstraße 16, Leipzig
Eintritt frei

Mehr Infos:
http://human-animal-studies.de/chimaira

Buchvorstellung: „Gegen die Arbeit“

Am Donnerstag den 12.01.2012 findet in der Libelle eine Informationsvortsellung zum Buch „Gegen die Arbeit“ statt. Beginn dafür ist 20 Uhr.

Ankündigungstext folgt!

Magdeburg: Naziaufmarsch verhindern!

BlockMD

14. Januar 2012: Den Nazis das Trauern beibringen!

In Sachsen-Anhalt gipfeln die vielfältigen neonazistischen Aktivitäten sowie die gesamtgesellschaftlichen Ausprägungen von Rassismus und Nationalismus im jährlichen Aufmarsch von etwa 1000 Neonazis durch Magdeburg. Um den Nazis im Januar die Straße streitig zu machen rufen antifaschistische Gruppen zu Blockaden des zivilen Ungehorsams auf.
(mehr…)