Archiv für Januar 2013

25.1.2013 ‚Schwarzer Freitag‘

Anarchismus in Großbritannien heute -
ein Erfahrungsbericht

November 10 Protests und Millbank Tower; no ifs, no buts, no
education cuts; fortnum & mason’s und uk uncut; cuts, job
losses, money for the bosses; st. paul’s und london occupy; Mark
Duggan und die 2011 England Riots – einige dieser Bezeichnungen
sind zu Signalwörtern geworden, die bei einer ganzen Generation
Bilder von Gewalt, aber auch von Widerstand hervorrufen. An diese
Ereignisse anknüpfend, wollen wir einen raschen – anarchistischen -
Spaziergang durch die Ästhetik und den Enthusiasmus der jüngsten
politischen Ereignisse in England und insbesondere in London
machen. (dabei werden wir das eine oder andere mal auch die
Solidarity Federation und die Really Free School streifen). Der Vortrag
dauert inklusive Bild- und Filmmaterial eine Stunde, so dass wir
genügend Zeit haben für Nachfragen und Diskussionen.

Freitag, 25.1.2013
20 Uhr
Libelle,
Kolonnadenstraße 19

11.1.2013 ‚Schwarzer Freitag‘

„Produktive“ aller Länder, vereinigt euch –
Thilo Sarrazin: ein nationaler Klassenkämpfer par excellence

Kaum ein zweites Buch durfte im Jahre 2010 so viel Aufmerksamkeit erregt
haben wie das des selbsternannten „Spitzenbeamten“ Thilo Sarrazin, welches
den hoffnungsvollen Titel „Deutschland schafft sich ab“ trägt. Direkt nach
der Veröffentlichung begannen in sämtlichen Feuilletons die Dichter und
Denker der Nation eine aufgeregte Debatte, wer denn nun wirklich Schuld an
der Misere sei, in welcher sich das gelobte Land angeblich befindet.
Sarrazin nahm hierbei die Rolle des Repräsentanten eines vom
Leistungswahn, Elitedünkel und Distinktionsbedürfnis gekennzeichneten
Bürgertums ein, das schon längst die „Schuldigen“ identifiziert hat:
„Gemüsehändler“, „Kopftuchmädchen“, aber auch Hartz IV Empfänger_innen,
die nichts zum „Wohlstand der Nation“ beitragen und sowohl der
wirtschaftlichen als auch der moralischen Dekadenz im Lande die Türen
öffnen. Daher bedarf es laut Sarrazin biopolitischer Regulierungsmaßnahmen
der „Bevölkerung“, damit die Nation wieder auf Vordermann kommt. Auf diese
Weise präsentiert er sich als lupenreiner Demokrat, der bereit ist für
das Wohlergehen einer Abstraktion namens „Volk“ den einzelnen ihrer
Mitglieder_innen mittels Sanktions- und Selektionspolitik das Leben noch
schwerer zu machen, als es im Kapitalismus eh schon der Normalfall ist.
Der Vortrag soll anhand der theoretischen Auseinandersetzung mit zentralen
Begrifflichkeiten Michel Foucaults (Diskurs, Macht, Wissen, Biopolitik)
und antirassistischer Hypothesen („Tripple Oppression“, „Rassistisches
Wissen“) den Konstruktionscharakter von „Bevölkerung“ erläutern und die
daraus gewonnen Erkenntnisse exemplarisch an der sogenannten
„Sarrazindebatte“ spezifizieren.

Freitag, 11.1.2013
20 Uhr
Libelle,
Kolonnadenstraße 19