Archiv für März 2016

Montag 11. April: Anarchismus in Chile (Bericht von Leuten von Ort)

Obgleich der Anarchismus – und seine Vielfalt – heute als jugendliches und ein wenig exotisches Phänomen im Kontext der traditionellen und
jahrzehntelang vom Marxismus dominierten Linken erscheinen mag, verfügt er über eine reichhaltige Geschichte in den sozialen Bewegungen in
Chile. Sie geht auch die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zurück und reicht bis zur heutigen zeit. Im Vortrag möchten wir versuchen,
diesen geschichtlichen Werdegang zusammenzutragen und seine Strömungen und Problematiken in der Gegenwart darzustellen.

Je nach Wunsch kann es einen stärkeren Fokus auf den Anarchismus und die (ökologischen) Landkämpfe und feministische Themen geben, einschließlich
einer geschichtlichen Darstellung, einem Fokus auf indigene Frauen und aus dem ruralen Raum sowie auf aktuelle feministische Bewegungen.

Die Webseite zur Infotour findet ihr hier

Es wird wieder lecker! Die ASJ kocht im Atari

Jeden letzten Montag findet ihr uns an den Töpfen und Pfannen im Atari. Auch am 28.3.! Also kommt vorbei, lasst es Euch schmecken und lernt uns kennen. Auch unsere Arbeitsrechts-AG wird mit dabei sein, falls es Probleme mit dem Job gibt.

Geplant ist: Frittierter Blumenkohl/Brokkoli mit Soja-Dressing, dazu Röstkartoffeln mit Backpflaunem frisch aus dem Ofen und ein frischer Salat. Und wahrscheinlich gibt es für die ersten Hungrigen auch Nachtisch!

Minijob heißt natürlich auch Rechte haben!

Sich als Minijobbende*r zu wehren lohnt sich. Das zeigt das aktuelle Beispiel der FAU Kiel! Wer Fragen zu seinem oder ihrem Minijob hat, kann sich aber auch bei uns melden. Unsere Arbeitsrecht-AG hilft Euch gern weiter!

Bitteschön, die Rechnung!

Eine beliebte Kneipe am Kieler Ostufer musste kürzlich vor dem Arbeitsgericht einem Vergleich zustimmen, der sie zu einer Nachzahlung im höheren dreistelligen Bereich verpflichtet. Das ist eigentlich wenig spektakulär, allerdings sind die Details recht interessant: Es handelte sich um eine Tätigkeit auf Minijobbasis und dauerte nur knapp acht Monate. Desweiteren ging es lediglich um banale Dinge wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsentgelt und sonstige ausstehende Gehälter, also alles Pflichten, die in einem Arbeitsverhältnis selbstverständlich sind. Eine derartig hohe Nachforderung für diesen kurzen Zeitraum ist daher recht beachtlich.

Das Ergebnis der Verhandlung kann man wohl als Quittung dafür verstehen, dass arbeitsrechtliche Mindeststandards missachtet wurden. Willkür des Arbeitgebers, Angst vor Jobverlust und Vereinzelung der Beschäftigten sorgen normalerweise dafür, dass die prekäre Situation stillschweigend hingenommen wird. Insofern zeigt dieses positive und nachahmenswerte Beispiel, dass ausbeuterische Verhältnisse in der Gastronomie keine Selbstläufer zu sein brauchen. Gegenwehr ist notwendig und möglich.

Gerade in Hinblick auf die Vereinzelung halten wir es für unerlässlich, dass sich die Beschäftigten untereinander austauschen, sich solidarisieren und gemeinsam Druck aufbauen, damit die verdienten Gehälter endlich in ihre Taschen fließen und die oftmals haarsträubenden Bedingungen in der Kieler Gastronomie hoffentlich ein Ende finden.

Dazu sollte die Rechnung lieber ohne den Wirt gemacht werden.

zur FAU Kiel: https://kiel.fau.org/

Kabarett auf unterstem Niveau – eine Stellungnahme der ASJ Leipzig

Vom 24.11.2015 bis zum 05.3.2016 spielte und spielt im Blauen Salon des Central Kabaretts Leipzig die Dinnershow „Die Feuerzangenbowle“ mit Jost Naumann und der Band „The Hornets“. Dreistündige Erlebnisgastronomie und Schulspaß werden garantiert… Das heißt, natürlich nur dann, wenn man Imitationen von Asiat*innen, die auf rassistischen Stereotypen beruhen, „Witze“ über Frauen* sowie das Leid und den Tod von Tieren als erlebnisreich oder spaßig empfindet.

Den unserer Meinung nach widerwärtigen Höhepunkt dieser Mischung bildete ein „Witz“ darüber eine Handgranate in die Küche zu werfen (in der sich, das konnte man vorherigen Aussagen Naumanns mindestens implizit entnehmen, Frauen ja quasi schon natürlicherweise aufhalten). Dieser wurde nur noch übertroffen von der Aussage, dass man(n?), wo man doch den Frauen schon Frauenhäuser baue, sie auch noch selber hinprügeln müsse.

Es ist uns unbegreiflich, dass derartige an Verachtung und Ekelhaftigkeit kaum noch zu überbietenden Aussagen von allen in diese Show involvierten Parteien als unproblematisch, ja scheinbar sogar witzig, angesehen und mindestens drei Monate lang unwidersprochen in der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Aus diesem Grund fordern wir Jost Naumann, die Band The Hornets und das Leipzig Central Kabarett auf, zu diesen Aussagen Stellung zu beziehen und für die Zukunft die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen! Denn noch ekelhafter geht es jawohl kaum…

Ein Beitrag der AG Queer/Feminimus der ASJ Leipzig