Archiv der Kategorie 'Allgemein'

6. Juni in Annaberg-Buchholz: Schweigemarsch stoppen!

Jedes Jahr versammeln sich christlich fundamentalistische Gegner_innen von Schwangerschaftsabbrüchen u.a. in Berlin und Münster zu Demonstrationen, um ihr Weltbild in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch in Annaberg-Buchholz wird so seit 2010 zu Schweigemärchen mobilisiert, welche sich gegen das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen richten, insbesondere derer, die schwanger werden können.
Als wenn das noch nicht Grund genug wäre, wird diese Veranstaltung dieses Jahr auch noch vom Verein „Lebensrecht Sachsen“ organisiert. Somit soll die Veranstaltung für Menschen geöffnet werden, die unabhängig von ihrer Partei- oder Glaubenszugehörigkeit diese reaktionären Positionen unterstützen möchten.
Also: Markiert euch im Kalender den 6. Juni, unter dem Motto „Emazipation ist viel geiler – Schweigemarsch stoppen“ dem Wahnsinn entgegentreten!
Weitere Infos: Klick!

ASJ Redebeitrag zum 1. Mai in Plauen

Rede 1. Mai 2016 der ASJ Leipzig

Auch wir als syndikalistische Linke sind der Meinung, dass der Kampf gegen rassistische Verhältnisse mit dem Kampf gegen kapitalistische Verhältnisse zusammen gehört und auch zusammen gedacht werden muss. Denn der Rechtsruck in der sogenannten bürgerlichen Mitte und die Radikalisierung der Rechten sind für uns Ausdruck eines sich zuspitzenden Verteilungskampfes. Der Sprech von den angeblich erreichten Obergrenzen für Geflüchtete, der Überlastung und Überforderung macht dies unter anderem deutlich.
Für die Rechte oder die besorgten Bürger*innen spielt sich der Kampf um das bessere Leben zwischen ihnen selbst und den Neuankommenden ab. Wir sehen es als Aufgabe, daraus einen Kampf gegen Ausbeutung zu machen.

Dafür jedoch, so scheint es, muss erst einmal die eigene Position reflektiert werden.
Wir sind Antifaschist*Innen und wir sind lohnabhängig. Ersteres ist selbstverständlich und äußert sich in einer bestimmten Politik, einer bestimmten Sprache bis zum Dress Code. Die eigene Position im kapitalistischen Produktionssystem hingegen wird nicht selten als nebensächlich abgetan. Dabei ist die Frage nach einer Gesellschaft frei von Unterdrückung und Ausbeutung unmittelbar damit verknüpft, wie stark sich im Betrieb gegen eben diese gewehrt wird.

Die Fragen an uns selbst lauten also: Inwiefern wird linke Politik in den eigenen Betrieb getragen? Inwiefern weiß ich über meine eigenen Rechte Bescheid, aber vor allem über die Möglichkeiten, solidarische Strukturen auf der Arbeit aufzubauen und die eigene Position zu stärken? Und daran anknüpfend: Wie kann es gelingen eine umfassende Solidarität aufzubauen? Bspw. bei Repression im Job entgegen zu wirken?
Für diese Zwecke haben sich Initiativen, Basisgewerkschaften und Gruppen gegründet, die sich dieser Themen annehmen. Die Unterstützung ist rar, die Mitglieder zu wenige. Arbeitskampf und Gewerkschaft gilt bei vielen nicht als wahnsinnig schick, auch in der radikalen Linken und das trotz aller class struggle Rhetorik.

Dabei braucht der Kampf gegen Faschismus und Rassismus nicht nur eine antiparlamentarische und politisch autonome Basis, sondern auch eine Basis in den Betrieben.
Erstens, um auch bisher unpolitische Menschen in unsere Kämpfe einzubinden.
Zweitens, um auch hier Ausgrenzungsformen direkt zu begegnen und Menschen vor ihnen zu schützen.
Drittens bringt eine Organisierung im Betrieb nochmal ganz andere Möglichkeiten politischer Wirksamkeit zu Stande: So können wirtschaftliche Abläufe gestört werden.

Darüber hinaus: Die Forderung nach einem Wohnraum für alle, nach ausreichender Gesundheitsversorgung, nach humanitären Arbeits- und Lebensbedingungen, sind Forderungen wie sie von einer antikapitalistischen und ebenso antirassistischen Linken und darum von beiden gemeinsam gestellt werden müssen. Es müssen gemeinsam Alternativen formuliert und Kämpfe geführt werden. Dass sich die autonome Linke für gewerkschaftliche Themen und eine syndikalistische Politik öffnet, ist dabei ein wichtiger Schritt.

Wir glauben darum: Es ist ohne Zweifel wichtig, emanzipatorische Parallelstrukturen aufzubauen, um dort den Karren aus dem Dreck zu ziehen, wo der sogenannte Sozialstaat versagt hat. Doch genauso wichtig ist es auch politische Ansätze mit auf die Arbeit zu nehmen. Selbstorganisierung, Allianzen und Selbstermächtigung sind Schlagwörter, die im Betrieb genauso Anwendung zu finden haben, wie in den Social Centers.
Deshalb: Solidarisiert Euch in sozialen Kämpfen, werdet Mitglied in gewerkschaftlichen Gruppen, kennt Eure Rechte, tut Euch mit euren Kolleg*Innen zusammen und tragt linke Politik in die Bereiche, in denen sie am meisten weh tun!

ASJ Leipzig, 1. Mai 2016

Theorie AG wieder regelmäßig!

Zwei mal im Monat trifft sich unsere Theorie-AG, um noch viel klüger zu werden. Wer Interesse an unseren Treffen hat, schreibt einfach an asjl-theorie@lists.riseup.net. Oder ihr kommt direkt vorbei! Das nächste Treffen findet diesen Donnerstag, den 14. April ab 18 Uhr im Kulturcafé (Eisenbahnstraße 107) statt!

Montag 11. April: Anarchismus in Chile (Bericht von Leuten von Ort)

Obgleich der Anarchismus – und seine Vielfalt – heute als jugendliches und ein wenig exotisches Phänomen im Kontext der traditionellen und
jahrzehntelang vom Marxismus dominierten Linken erscheinen mag, verfügt er über eine reichhaltige Geschichte in den sozialen Bewegungen in
Chile. Sie geht auch die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zurück und reicht bis zur heutigen zeit. Im Vortrag möchten wir versuchen,
diesen geschichtlichen Werdegang zusammenzutragen und seine Strömungen und Problematiken in der Gegenwart darzustellen.

Je nach Wunsch kann es einen stärkeren Fokus auf den Anarchismus und die (ökologischen) Landkämpfe und feministische Themen geben, einschließlich
einer geschichtlichen Darstellung, einem Fokus auf indigene Frauen und aus dem ruralen Raum sowie auf aktuelle feministische Bewegungen.

Die Webseite zur Infotour findet ihr hier

Es wird wieder lecker! Die ASJ kocht im Atari

Jeden letzten Montag findet ihr uns an den Töpfen und Pfannen im Atari. Auch am 28.3.! Also kommt vorbei, lasst es Euch schmecken und lernt uns kennen. Auch unsere Arbeitsrechts-AG wird mit dabei sein, falls es Probleme mit dem Job gibt.

Geplant ist: Frittierter Blumenkohl/Brokkoli mit Soja-Dressing, dazu Röstkartoffeln mit Backpflaunem frisch aus dem Ofen und ein frischer Salat. Und wahrscheinlich gibt es für die ersten Hungrigen auch Nachtisch!

Kabarett auf unterstem Niveau – eine Stellungnahme der ASJ Leipzig

Vom 24.11.2015 bis zum 05.3.2016 spielte und spielt im Blauen Salon des Central Kabaretts Leipzig die Dinnershow „Die Feuerzangenbowle“ mit Jost Naumann und der Band „The Hornets“. Dreistündige Erlebnisgastronomie und Schulspaß werden garantiert… Das heißt, natürlich nur dann, wenn man Imitationen von Asiat*innen, die auf rassistischen Stereotypen beruhen, „Witze“ über Frauen* sowie das Leid und den Tod von Tieren als erlebnisreich oder spaßig empfindet.

Den unserer Meinung nach widerwärtigen Höhepunkt dieser Mischung bildete ein „Witz“ darüber eine Handgranate in die Küche zu werfen (in der sich, das konnte man vorherigen Aussagen Naumanns mindestens implizit entnehmen, Frauen ja quasi schon natürlicherweise aufhalten). Dieser wurde nur noch übertroffen von der Aussage, dass man(n?), wo man doch den Frauen schon Frauenhäuser baue, sie auch noch selber hinprügeln müsse.

Es ist uns unbegreiflich, dass derartige an Verachtung und Ekelhaftigkeit kaum noch zu überbietenden Aussagen von allen in diese Show involvierten Parteien als unproblematisch, ja scheinbar sogar witzig, angesehen und mindestens drei Monate lang unwidersprochen in der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Aus diesem Grund fordern wir Jost Naumann, die Band The Hornets und das Leipzig Central Kabarett auf, zu diesen Aussagen Stellung zu beziehen und für die Zukunft die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen! Denn noch ekelhafter geht es jawohl kaum…

Ein Beitrag der AG Queer/Feminimus der ASJ Leipzig

Prozess gegen Anti-Nazi-Aktivisten: erst verprügeln, dann anklagen

Wir solidarisieren uns mit dem Dresdner Antifaschisten, dem morgen der Prozess gemacht wird! Staatlicher Repression können wir nur gemeinsam und geschlossen begegnen. Wir lassen uns nicht einschüchtern!

Wer vor Ort morgen unterstützen mag: 13:30 Uhr im Sitzungssaal N 1.18 auf der Roßbachstraße 6, Dresden. Damals anwesenden Protestierer_innen wird hier jedoch zu Vorsicht geraten.

Die Pressemitteilung mit den Infos findet ihr hier: https://dresden.fau.org/wp-content/uploads/2016/01/PM-Prozess-gegen-Antifa.pdf

Am 5. Januar geht es wieder los!

Wer sich für das neue Jahr politische Praxis vorgenommen hat, ist herzlich eingeladen:
jeden Dienstag zum offenen ASJ-Plenum, 18.30 Uhr in der Wurze!

Veranstaltungsreihe: Anarchismus – Pragmatismus und Utopie (Vorträge, Buchvorstellungen, Diskussionen)

Diesen Freitag (02.10.2015) beginnt unsere diesjährige Veranstaltungsreihe „Anarchismus – Pragmatismus und Utopie“ mit 9 Wochen voller Vorträge, Workshops, Diskussionen und Vorstellungen von Büchern und Kampagnen.
Die einzelnen Veranstaltungen könnt ihr unter „Termine“ einsehen. Da die Veranstaltungen dieses Jahr abwechselnd in der Eisenbahnstr. 127 und der Autodidaktischen Initiative (Georg-Schwarz-Str. 19) stattfinden, achtet bitte ganz besonders auf die jeweiligen Ortsangaben! Auch die Anfangzeiten haben sich verändert: Um gechillter diskutieren zu können, fangen wir diesmal schon um 19 Uhr an.

Ansonsten: Kommt zahlreich und bringt all eure Freund*innen mit! <3

Und besucht uns auch nächsten Donnerstag (08.10.) bei den Kritischen Einführungswochen. Dort könnt ihr uns all die Fragen stellen, die euch schon immer in Hinsicht auf Anarcho-Syndikalismus geplagt haben, oder die ihr letztes Jahr nicht loswerden konntet.
Wir freuen uns auf euch!

Free Paul (München)

Fast jeden Tag brennen Unterkünfte für Asylsuchende, während rassistische Mobilisierungen die Ressentiments aus den Internetkommentarspalten auf die Straße spülen. Die allgegenwärtige, hasserfüllte Hetze wird bundesweit in Gewalt überführt – aus Worten werden Taten. Gleichzeitig gießt die Politik die Menschenfeindlichkeit in Gesetzestexte, während der Staat mit voller Härte gegen Menschen vorgeht, die sich dem Ganzen in den Weg stellen.
Dass entschlossener Antifaschismus in München auf wenig Gegenliebe seitens staatlicher Behörden stößt ist weder überraschend noch neu. Das Ausmaß der aktuellen Repressionswelle gegen Antifas können wir allerdings nicht einfach hinnehmen. Es reicht! Und das schon lange. Seit Monaten überzieht der Staat jene, die gegen die rassistischen Pegida-Märschen in München aktiv werden, mit massiver Repression. Wir sehen uns mit regelmäßiger Polizeigewalt, Festnahmen und zahlreichen Prozessen konfrontiert. Der bisherige Höhepunkt ist dabei die Inhaftierung des Antifaschisten Paul. Seit dem 20. Juli sitzt er in Untersuchungshaft. Als Vorwand muss ein kurzes Fähnchen herhalten, dass ihm als Waffe ausgelegt wird. Aus diesem – an Lächerlichkeit kaum zu überbietenden – Grund wartet Paul in Stadelheim seit Wochen auf seinen Prozess. Dieser soll am 15. September statt finden. Anlässlich des Prozesses wollen wir mit einer überregionalen Demonstration am 12. September unsere Wut in die Münchner Innenstadt tragen. Antifaschistischer Widerstand bleibt legitim und notwendig!
Demo: 12.9.15 / 14 Uhr Stachus / München
Kundgebung: 15.9.15 vor dem Gericht