Theorie AG diesen Mittwoch

In zwei Tagen trifft sich wieder unsere Theorie AG! Wir lesen diese Woche einen Text zum Postanarchismus. Neue Vorschläge sind aber gern gesehen, letztendlich entscheidet die Gruppe, was sie gern lesen möchte. Also kommt einfach mal vorbei! Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, 18 uhr im Kulturcafé (Eisenbahnstraße 107). Bei Fragen meldet Euch gern bei asjl-theorie@lists.riseup.net!

ASJ kocht im Atari!

Am Montag dem 13.06 wird es wieder leckeres Essen für den guten Zweck geben im Atari! Freuen darf man sich auf Gyrus und natürlich Nachtisch. Jeder der helfen will kann gerne ab 18 Uhr dazukommen. Unsere Minijob-ExpertInnen sind wie immer auch dabei, bis Montag!

Demonstration in Leipzig: Solidarität mit den Streikenden in Frankreich!

In Frankreich will die Regierung eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zugunsten der Konzerne einführen, nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010. In Deutschland soll im August eine starke Verschärfung von HartzIV beschlossen werden. Der Protest gegen die Reform in Frankreich wurde zum Massenwiderstand: Straßen, Häfen, Raffinerien werden blockiert, es wird gestreikt, 500.000 demonstrieren. Am Dienstag den 14. Juni werden in Paris Hundertausende auf die Straße gehen. Wir auch: Hier in Leipzig! Neoliberale Reformen nutzen nur den Rechten und den Reichen! Bilden wir den transnationalen Widerstand dagegen! Auf zum französischen Konsulat!

Hier geht es zum kompletten Aufruf: Klick!

4. Juni: Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz!

6. Juni in Annaberg-Buchholz: Schweigemarsch stoppen!

Jedes Jahr versammeln sich christlich fundamentalistische Gegner_innen von Schwangerschaftsabbrüchen u.a. in Berlin und Münster zu Demonstrationen, um ihr Weltbild in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch in Annaberg-Buchholz wird so seit 2010 zu Schweigemärchen mobilisiert, welche sich gegen das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen richten, insbesondere derer, die schwanger werden können.
Als wenn das noch nicht Grund genug wäre, wird diese Veranstaltung dieses Jahr auch noch vom Verein „Lebensrecht Sachsen“ organisiert. Somit soll die Veranstaltung für Menschen geöffnet werden, die unabhängig von ihrer Partei- oder Glaubenszugehörigkeit diese reaktionären Positionen unterstützen möchten.
Also: Markiert euch im Kalender den 6. Juni, unter dem Motto „Emazipation ist viel geiler – Schweigemarsch stoppen“ dem Wahnsinn entgegentreten!
Weitere Infos: Klick!

ASJ Redebeitrag zum 1. Mai in Plauen

Rede 1. Mai 2016 der ASJ Leipzig

Auch wir als syndikalistische Linke sind der Meinung, dass der Kampf gegen rassistische Verhältnisse mit dem Kampf gegen kapitalistische Verhältnisse zusammen gehört und auch zusammen gedacht werden muss. Denn der Rechtsruck in der sogenannten bürgerlichen Mitte und die Radikalisierung der Rechten sind für uns Ausdruck eines sich zuspitzenden Verteilungskampfes. Der Sprech von den angeblich erreichten Obergrenzen für Geflüchtete, der Überlastung und Überforderung macht dies unter anderem deutlich.
Für die Rechte oder die besorgten Bürger*innen spielt sich der Kampf um das bessere Leben zwischen ihnen selbst und den Neuankommenden ab. Wir sehen es als Aufgabe, daraus einen Kampf gegen Ausbeutung zu machen.

Dafür jedoch, so scheint es, muss erst einmal die eigene Position reflektiert werden.
Wir sind Antifaschist*Innen und wir sind lohnabhängig. Ersteres ist selbstverständlich und äußert sich in einer bestimmten Politik, einer bestimmten Sprache bis zum Dress Code. Die eigene Position im kapitalistischen Produktionssystem hingegen wird nicht selten als nebensächlich abgetan. Dabei ist die Frage nach einer Gesellschaft frei von Unterdrückung und Ausbeutung unmittelbar damit verknüpft, wie stark sich im Betrieb gegen eben diese gewehrt wird.

Die Fragen an uns selbst lauten also: Inwiefern wird linke Politik in den eigenen Betrieb getragen? Inwiefern weiß ich über meine eigenen Rechte Bescheid, aber vor allem über die Möglichkeiten, solidarische Strukturen auf der Arbeit aufzubauen und die eigene Position zu stärken? Und daran anknüpfend: Wie kann es gelingen eine umfassende Solidarität aufzubauen? Bspw. bei Repression im Job entgegen zu wirken?
Für diese Zwecke haben sich Initiativen, Basisgewerkschaften und Gruppen gegründet, die sich dieser Themen annehmen. Die Unterstützung ist rar, die Mitglieder zu wenige. Arbeitskampf und Gewerkschaft gilt bei vielen nicht als wahnsinnig schick, auch in der radikalen Linken und das trotz aller class struggle Rhetorik.

Dabei braucht der Kampf gegen Faschismus und Rassismus nicht nur eine antiparlamentarische und politisch autonome Basis, sondern auch eine Basis in den Betrieben.
Erstens, um auch bisher unpolitische Menschen in unsere Kämpfe einzubinden.
Zweitens, um auch hier Ausgrenzungsformen direkt zu begegnen und Menschen vor ihnen zu schützen.
Drittens bringt eine Organisierung im Betrieb nochmal ganz andere Möglichkeiten politischer Wirksamkeit zu Stande: So können wirtschaftliche Abläufe gestört werden.

Darüber hinaus: Die Forderung nach einem Wohnraum für alle, nach ausreichender Gesundheitsversorgung, nach humanitären Arbeits- und Lebensbedingungen, sind Forderungen wie sie von einer antikapitalistischen und ebenso antirassistischen Linken und darum von beiden gemeinsam gestellt werden müssen. Es müssen gemeinsam Alternativen formuliert und Kämpfe geführt werden. Dass sich die autonome Linke für gewerkschaftliche Themen und eine syndikalistische Politik öffnet, ist dabei ein wichtiger Schritt.

Wir glauben darum: Es ist ohne Zweifel wichtig, emanzipatorische Parallelstrukturen aufzubauen, um dort den Karren aus dem Dreck zu ziehen, wo der sogenannte Sozialstaat versagt hat. Doch genauso wichtig ist es auch politische Ansätze mit auf die Arbeit zu nehmen. Selbstorganisierung, Allianzen und Selbstermächtigung sind Schlagwörter, die im Betrieb genauso Anwendung zu finden haben, wie in den Social Centers.
Deshalb: Solidarisiert Euch in sozialen Kämpfen, werdet Mitglied in gewerkschaftlichen Gruppen, kennt Eure Rechte, tut Euch mit euren Kolleg*Innen zusammen und tragt linke Politik in die Bereiche, in denen sie am meisten weh tun!

ASJ Leipzig, 1. Mai 2016

Theorie AG wieder regelmäßig!

Zwei mal im Monat trifft sich unsere Theorie-AG, um noch viel klüger zu werden. Wer Interesse an unseren Treffen hat, schreibt einfach an asjl-theorie@lists.riseup.net. Oder ihr kommt direkt vorbei! Das nächste Treffen findet diesen Donnerstag, den 14. April ab 18 Uhr im Kulturcafé (Eisenbahnstraße 107) statt!

Montag 11. April: Anarchismus in Chile (Bericht von Leuten von Ort)

Obgleich der Anarchismus – und seine Vielfalt – heute als jugendliches und ein wenig exotisches Phänomen im Kontext der traditionellen und
jahrzehntelang vom Marxismus dominierten Linken erscheinen mag, verfügt er über eine reichhaltige Geschichte in den sozialen Bewegungen in
Chile. Sie geht auch die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zurück und reicht bis zur heutigen zeit. Im Vortrag möchten wir versuchen,
diesen geschichtlichen Werdegang zusammenzutragen und seine Strömungen und Problematiken in der Gegenwart darzustellen.

Je nach Wunsch kann es einen stärkeren Fokus auf den Anarchismus und die (ökologischen) Landkämpfe und feministische Themen geben, einschließlich
einer geschichtlichen Darstellung, einem Fokus auf indigene Frauen und aus dem ruralen Raum sowie auf aktuelle feministische Bewegungen.

Die Webseite zur Infotour findet ihr hier

Es wird wieder lecker! Die ASJ kocht im Atari

Jeden letzten Montag findet ihr uns an den Töpfen und Pfannen im Atari. Auch am 28.3.! Also kommt vorbei, lasst es Euch schmecken und lernt uns kennen. Auch unsere Arbeitsrechts-AG wird mit dabei sein, falls es Probleme mit dem Job gibt.

Geplant ist: Frittierter Blumenkohl/Brokkoli mit Soja-Dressing, dazu Röstkartoffeln mit Backpflaunem frisch aus dem Ofen und ein frischer Salat. Und wahrscheinlich gibt es für die ersten Hungrigen auch Nachtisch!

Minijob heißt natürlich auch Rechte haben!

Sich als Minijobbende*r zu wehren lohnt sich. Das zeigt das aktuelle Beispiel der FAU Kiel! Wer Fragen zu seinem oder ihrem Minijob hat, kann sich aber auch bei uns melden. Unsere Arbeitsrecht-AG hilft Euch gern weiter!

Bitteschön, die Rechnung!

Eine beliebte Kneipe am Kieler Ostufer musste kürzlich vor dem Arbeitsgericht einem Vergleich zustimmen, der sie zu einer Nachzahlung im höheren dreistelligen Bereich verpflichtet. Das ist eigentlich wenig spektakulär, allerdings sind die Details recht interessant: Es handelte sich um eine Tätigkeit auf Minijobbasis und dauerte nur knapp acht Monate. Desweiteren ging es lediglich um banale Dinge wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsentgelt und sonstige ausstehende Gehälter, also alles Pflichten, die in einem Arbeitsverhältnis selbstverständlich sind. Eine derartig hohe Nachforderung für diesen kurzen Zeitraum ist daher recht beachtlich.

Das Ergebnis der Verhandlung kann man wohl als Quittung dafür verstehen, dass arbeitsrechtliche Mindeststandards missachtet wurden. Willkür des Arbeitgebers, Angst vor Jobverlust und Vereinzelung der Beschäftigten sorgen normalerweise dafür, dass die prekäre Situation stillschweigend hingenommen wird. Insofern zeigt dieses positive und nachahmenswerte Beispiel, dass ausbeuterische Verhältnisse in der Gastronomie keine Selbstläufer zu sein brauchen. Gegenwehr ist notwendig und möglich.

Gerade in Hinblick auf die Vereinzelung halten wir es für unerlässlich, dass sich die Beschäftigten untereinander austauschen, sich solidarisieren und gemeinsam Druck aufbauen, damit die verdienten Gehälter endlich in ihre Taschen fließen und die oftmals haarsträubenden Bedingungen in der Kieler Gastronomie hoffentlich ein Ende finden.

Dazu sollte die Rechnung lieber ohne den Wirt gemacht werden.

zur FAU Kiel: https://kiel.fau.org/